Kleiner Spotguide SPO

Kleiner Spotguide SPO

Als ich die kurze Frage „Und wie ist´s in Sankt-Peter Ording so?“ aus unserer Chatgruppe beantworten wollte, ist mir aufgefallen, dass ich das gar nicht in wenigen Worten beschreiben kann. Daher hier mal eine etwas längere Beschreibung zu den Bedingungen an den drei Stränden von Nord nach Süd: Haupstrand, Südstrand und Böhl. An allen drei Spots gibt es Restaurants und Toiletten, Parkgebühren und Kurtaxe (außer im Winter).

Grundsätzlich empfinde ich SPO als den abwechslungsreichsten Spot bei uns an der Küste, abhängig von Tide und Windrichtung.

Hauptstrand

Mögliche Windrichtungen zwischen SSW-W-N. Beste Windrichtung NW.

Der größte und mit dem Auto befahrbare Strand (von April bis Oktober). Die Kitezone ist links hinter der Kiteschule. Auch rechts hinter dem FKK-Bereich ist Kiten geduldet. Die Zone ist durch meterhohe Holzpfosten begrenzt. Wir sind hauptsächlich rechts auf dem Wasser.

Hier bilden sich parallel zum Ufer sehr flache aber spiegelglatte Priele, die man am besten bei NW und zeitlich zwischen Ebbe und Flut nutzen kann. Bei ablaufendem Wasser gibt es weniger Kabbel als bei auflaufend. Hinter der letzten Sandbank gibt es die größten Wellen.
Wenn die Strömung am größten ist (genau zwischen Ebbe/Flut) und der Wind gleichzeitg aus Süd bzw. Nord kommt, bewegen sich Strömung und Wind in die gleiche Richtung, sodass auch gute Kiter hauptsächlich mit Höhelaufen beschäftigt sind. Daher ist NW hier die einfachste Windrichtung.

Zum Foilen eignet sich abaufendes Wasser am besten, da am wenigsten Kabbel. Bei Ebbe/Tiefstand kann es weiter rechts auch draußen mal flach werden.

Eine Besonderheit, die ich sehr spannend finde: Bei Sturm/Flut in Kombination mit Neumond und Vollmond steigt das Hochwasser bis zu einem Meter höher als sonst. Dadurch wird der Strandparkplatz und der gesamte rechte Strandbereich bis zu 50cm hoch überflutet, was eine riesige Stehtiefe Spielwiese ergibt. Dort wo sonst die Wasserlinie ist, brechen dann die Wellen und hinterlassen ebenfalls eine spiegelglatte große Weißwasserfläche zum Spielen. Da diese Kombination von Strumflut/Mond/Windrichtung/Stärke und Uhrzeit nicht allzu oft vorkommt, ist es immer etwas ganz besonderes.

Priel am Hauptstrand, NW-Wind genau auflandig, abaufend Wasser

Südstrand

Mögliche Windrichtungen: Eigentlich alle, da aber östliche Winde böig über Land kommen, beschränkt es sich eher auf NW über W bis SO.

Geparkt wird vorn am Deich, über eine Teerstraße geht es zu Fuß zum Spot wo man auf einer Grasfläche mit vielen Wasserlöchern starten kann (Achtung rutschig). Hat aber den Vorteil, dass man nicht mit Sand kämpfen muss. Der Spot ist das Ende eines Priels (und zwar die Verlängerung von Böhl nach Norden), der nur ca. 2 Stunden vor Hochwasser bis ca. 2 Stunden nach Hochwasser befahrbar ist. Zu beachten sind die durch Boien gekennzeichnete Badezonde sowie die Naturschutzzone. Es ist ein reiner Freestyle Spot mit Kabbelwasser, zum Foilen zu flach. Bei westlichen Winden gibt es einige spiegelglatte Flächen auf der Westseite. Man kann bis Böhl kiten. Auch hier muss man die Windrichtung mit der Strömungsrichtung beachten. Läuft beides in die geiche Richtung (z.B. ablaufend Wasser bei NW) gibt es weniger Druck im Kite und umgekehrt.

Start- und Landezone Südstrand

Böhl

Mögliche Windrichtung NW über W bis SO. Beste Windrichtung SW.

Ähnlich wie der Hauptstrand kann man den Strand mit dem Auto befahren (von April bis Oktober). Da dieser Strand noch eher überflutet wird als der Hauptstrand, wird oft am Kreisel geparkt, der höher liegt. Hier wendet auch der Bus, daher rücksichtsvoll parken! Besondere Rücksicht muss hier auch auf Reiter und Pferde genommen werden. Der Aufbau der Kites ist daher nur an der Wasserkante erlaubt, damit die Tiere sich nicht erschrecken. Es gibt immer wieder Kiter, die sich nicht daran halten und den Spot damit gefährden. In Böhl muss man den weitesten Marsch auf sich nehmen. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist hier am größten. Daher muss man vor allem darauf achten, wohin man die Kitebags legt, damit sie nicht von der Flut erwischt werden.
Bei Ebbe ist es extrem flach ung glatt. Da kaum jemand den Weg auf sich nimmt, hat man hier am meisten Platz.
Auflaufendes Wasser füllt schnell die Priele. Das Wasser kann schneller steigen, als man den Kite aufgebaut und gestartet bekommt und alle zehn Minuten entstehen neue Bedingungen zwischen den entstehenden Sandbänken. Bei Sonne durchaus mit Macapa in Brasilien vergleichbar ;-).

Die Flut kann auch hier den ganzen Strand und den Parkplatz überfluten, sodass man fast bis zum Auto zurück kiten kann und man eine extrem große, flache Spielwiese vorfindet.

Eine Gefahr für ungeübte Kiter geht vom Hauptpriel aus. Alles Wasser, welches den Spot am Südstrand füllt, muss durch diesen Priel, wodurch eine starke Strömung entsteht (raus aufs Meer oder zum Südstrand, dagegen an schwimmen nicht möglich). Auch hier hat man dann mehr Druck im Kite bzw. weniger wenn beides in die gleiche Richtung geht. Wenn Wind und Strömung gegeneinander arbeiten, bilden sich Kabbelwellen.

Zum Foilen ungeeignet. Freestyler finden überall eine Landzunge mit glattem Wasser dahinter.

Böhl bei absoluter Ebbe, Blick von der Wasserkante Richtung Parkplatz/Restaurant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.