Nicht nur das Board braucht den richtigen Flex

Nicht nur das Board braucht den richtigen Flex

Ahoi liebe Trockentrainierer,

Nicht nur der Neo, das Trapez und das Board müssen elastisch sein um auf dem Wasser zu performen, sondern vor allem euer Körper. (Vielleicht auch der Geist, aber ist hier nicht mein Thema 😉 )

In meinem letzten Beitrag zur Stabilität habe ich was zur Kraftübertragung geschrieben, dafür ist die Flexibilität mindestens genauso wichtig wie die Stabilität. Unsere Muskeln, Sehnen und Bänder sind elastische Strukturen, die Kräfte aufnehmen und abgeben können, Sehnen und Bänder nur passiv über Rückstellkräfte, die Muskulatur kann passiv gedehnt werden und sich aktiv zusammenziehen. Um eine optimale Kraftentfaltung zu gewährleisten, müssen die Strukturen nicht nur kräftig, sondern auch dehnbar sein.

Neben der optimalen Kraftentwicklung benötigt man für saubere Bewegungsabläufe aber auch die erforderliche Beweglichkeit. Diese Eigenschaft verändert sich sowohl durch das was wir tun, als auch durch das was wir nicht tun, das heißt bestimmte Sportarten führen zu spezifischen Einschränkungen und Inaktivität sowieso.

Die Verkürzungen sind die wirtschaftlich Rationalisierungsmaßnamen unseres Körpers, was nicht gebraucht wird schmeißen wir raus, das senkt die Unterhaltungskosten. Unser Körper ist so wirtschaftlich, dass er nur aufrecht erhält, was regelmäßig genutzt wird, zumindest ab dem 25. Lebensjahr. Regelmäßig heißt in dem Fall, mehrfach in der Woche. Leider trifft das beim Kiten auf die meisten unter uns nicht zu.

Um den richtigen Flex zu erhalten, liegen also 2 Augaben vor uns:

1. sportartbedingte Verkürzungen vorbeugen

Durch die Haltung beim Fahren entstehen vor allem Verkürzungen der vorderen Muskulatur: die Brustmuskeln, Bauchmuskeln und die Hüftbeuger. Die Funktion von Bauch- und Hüftbeugemuskeln sind mit der Rückenmuskulatür für sämtliche Manöver und Sprünge wichtig. Der rücken wird bei vorderen Verkürzungen leider in seiner Kraftentwicklung gehemmt.

So könnt ihr den sportartbedingten Verkürzungen vorbeugen:

Brustmuskulatur und Flanken aufdehnen, Arme liegen komplett auf und Kopf schaut in die Gegenrichtung
Die Kobra, Becken liegt auf, der ganze Oberkörper wird gestreckt.
Hüftbeuger dehnen (hier links), Achtung kein Hohlkreuz!!
Das ganze von vorne, Oberkörper zu Gegenseite neigen, die ganze (linke) Seite strecken.

2. die fürs kiten auf seinem eigenen Level nötige Beweglichkeit schaffen

Fürs hin- und herfahren braucht man sicherlich nicht so viel Beweglichkeit, wer aber schonmal ein Manöver so richtig versaut hat und sich danach ordentlich abgelegt hat, der hätte sich vielleicht ein bisschen mehr Flex gewünscht… 😉 Aber nicht nur dafür, sondern auch für Manöver und Sprünge ist Beweglichkeit das A und O. Wir denken hier mal an Halsen, Sprünge mit Rotationen oder Handlepasses. Da brauchs eine elastische Wirbelsäule, Hüften und Schultern.

Wie ihr euch hier geschmeidig machen könnt, nun ein paar Ideen:

Haltung des Kindes (abgewandelt), Kopf angehoben oder gerade, streckt die Brustwirbelsäule und Schultern, mobilisiert die Hüften und Knie.
Mit Rotation der Wirbelsäule und Dehnung der äußeren schulterpartie. Wer kann, darf den Oberkörper und Kopf ganz ablegen.
Kombination: Dehnung der hinteren Obeschenkelmuskulatur (rechts) und Mobilisation der Hüfte in Abspreizung (links) , wem das zu viel ist, der kann als Alternative die Rumpfbeuge im Langsitz machen.
Schulterkreisen mit Oberkörperdrehung, der Kopf schaut der Hand nach.
Hüfte kreisen (wie die Fußballer beim Aufwärmen)

Wie lange und wie oft muss man das jetzt machen, dass es auch was bringt? Wenn ihr euch vorstellt, was im Körper passieren soll, ist die Antwort einfach…. durch ständiges Einfordern der Beweglichkeit soll der Körper den Reiz bekommen Strukturen umzubauen und zu verlängern. Ein Gummiband, was ihr kurzfristig auseinander zieht, wird nicht länger, es zieht sich wieder zusammen. Das gleiche passiert mit euren Muskeln, Sehnen und Bändern. Die Antwort ist also: ständig!!

Ihr könnt entweder in jede Trainingseinheit ein bisschen Mobilitätstraining einbauen oder mindestens eine komplette Einheit in der Woche aufwenden.

Das klassische Stretching 2 min vor der Session am Strand sieht zwar geil aus und macht den Neo wieder schön elastisch , aber leider nicht euch.

Also,immer schön geschmeidig bleiben!!

Bei Fragen oder Anregungen gerne kommentieren.

Physiokiterist

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