How to Stuntkite: 1. Der Helikopter

Für alle denen Megaloops zu hart und Strassenbahnwenden zu langweilig sind. Es gibt weit mehr Tricks beim Kiten als nur Sprünge und Wendemanöver. Stuntkiter machen uns das mit Ihren Trickdrachen seit Jahrzehnten vor, wie z.B. mit dem Helikopter.

Voraussetzungen sind:

Sehr gute Kite Steuertechnik, am besten eine Matte in der Hand da mit Tubes nur eingeschränkt möglich. Auch nicht zwingend aber hilfreich ist ein leicht läufiges gut kontrolliertes Foilboard am Fuß.

Das Stuntkite Basismanöver: Der Helikopter

Das erste und einfachste Manöver, dass man auch für ganz normales Fahren sehr gut gebrauchen kann ist der „Helikopter“. Der Name ist abgeleitet, von einem gleichnamigen Manöver beim Gleitschirmfliegen. Wie im Bild zu sehen ist das eine Art meist mehrfacher Kiteloop. Dabei liegt der Drehpunkt allerdings genau in der Kite Mitte, womit sich die eine Hälfte des Kites wie beim Relaunch rückwärts durch die Luft bewegt.

Ab sec 0:25

Im Grunde kann man es auch als ein absichtliches extremes Tellern (Drehpunkt wandert in die Kitefläche) des Kites bezeichnen. Wie beim Relaunch wird der Kite dabei an den Steuerleinen so weit überzogen (over sheeten) bis die Strömung zunächst abreist und sich dann umkehrt -> Rückwärtsflug.

Nutzen und Spaß am Dreideln?

Die einfachste Variante in Form eines halben, also 180° Turn, im Helicopter Stil kann man nutzen, wenn man in Lee von jemandem auf ein Hindernis zufährt. Anstatt wild zu gestikulieren und darauf zu warten, dass der andere seinen Kite hoch lenkt kann man sich selbst befreien. Der Kite lässt sich mit dieser Technik auch bei viel Druck auf der Stelle umdrehen. Auf die Art kann man der Situation entkommen, auch wenn der Luftraum begrenzt ist.

Die richtige Freude am Helikoptern, Dreideln oder wie auch immer, kommt aber erst ab dem 2-3 Turn auf. Wenn man alles richtig macht und genug Druck hat, können speziell Foilkites spätestens ab dem 2-3 Turn eine extrem hohe Drehgeschwindigkeit und damit auch einen ausreichend hohe Zugkraft erzeugen um einen auf tiefen raumen Wind hinterher zuziehen.

Vorsicht: Nicht überdrehen!

Beenden sollte man den Spaß allerdings spätestens nach dem 4-5 Turn, da die Leinen sonst so weit verzwirbelt sind, dass man nicht mehr aussteigen kann. Auch kann die Drehgeschwindigkeit so hoch werden, dass es von der Reaktionszeit schwer wird einen Ausstiegspunkt mit Kite in Richtung Himmel und nicht Richtung Boden zu finden. Daher sollte man sich speziell auf einem Foilboard langsam an die Umdrehungszahlen herantasten. Wenn man sich den Kite sonst bei voller Fahrt nach Lee direkt vor das Foilboard in den Boden haut, kann es schnell zu riskanten Stürzen mit Foilflügeln im Körper oder in den Leinen kommen.

Vorteil von Foilboards für das Manöver

Trotzdem hat ein Foilboard oder ein Gefährt mit sehr geringem Fahrwiderstand einen sehr großen Vorteil für das Manöver: Selbst in einem schnellen, effektiven Helikopter, in dem der Kite wie ein kleines Windrad arbeitet, verliert der Kite viel Zug. Zusätzlich sinkt seine Gleitzahl von üblichen 6 auf praktisch 0. Der Kite sucht sich die Windfenstermitte Richtung Boden. Das Manöver funktioniert entsprechend nur auf tiefem raumer Wind bzw. fast vor dem Wind Kurs. Für lange Helikopter benötigt man dementsprechend eine Windgeschwindigkeit mindestens 5 knt über der der minimalen Fahrgeschwindigkeit (bei einem Foil etwa 10 knt) also 15 knt Wind. Selbst hier fängt das Manöver schon an sehr dynamisch zu werden. Für ein Brett mit hohem Fahrwiderstand wie einem TwinTip, benötigt man aber zusätzlich eine deutlich höhere Zugkraft und damit noch mehr Wind.

Und so geht es

Anfangen sollte man aber ohnehin bei weniger Wind um die 10 knt und eben mit wenigen Umdrehungen. Das einfachste ist, auf halber Wind bis leichtem Raum, den Kite bei tiefem Flug und voll angepowert gehaltener Bar sehr abrupt nach oben zu lenken. Bei kleinen dicht angeknüpften Hochleistern kann das schon reichen, die Strömung abreisen zu lassen. Damit geht der Kite in die Drehbewegung über. Reicht das nicht, oder beginnt man mit einem Turn nach unten, muss man die Steuerleine wie im Video am Anfang stärker einholen.

Geht der Kite in den Helikopter kommt ein wichtiger Punkt:

Sobald das überzogene Tip anfängt im Rückwärtsflug zu beschleunigen, wird der Anstellwinkel des scheinbaren Windes zur trailing edge, die jetzt im Flug vorne ist flacher, lässt man jetzt die angezogene Steuerleine nicht etwa 10-20 cm nach kollabiert das Tip und die Bewegung bremst wieder ab, wie hier:

Zur Handbewegung auch nochmal im ersten Video nachsehen.

 

Varianten des Helikopters

Will man nicht zu viele Umdrehungen machen, was auch auf den Leinenverschleiß geht, kann man auch über km downwind fahren in dem man den Kite immer 1-3 Umdrehungen vor und zurück Propellern lässt. Ein traditioneller Flugzustand ist für das Vorankommen nicht erforderlich 🙂 .

Hier wurde das Thema auch schon mal auf englisch erklärt und diskutiert:

http://www.kiteforum.com/viewtopic.php?f=196&t=2393935&p=995779#p995779

Weitere Stuntkite Manöver

Man kann den Kite auch komplett im Stall oder im kompletten Rückwärtsflug halten und dabei weiter fahren, wenn man genug Wind hat. Entweder mit Kite kopfüber dem Wasser schwebend, oder um 180° Grad gegen die Fahrtrichtung. Im zweiten Video gibt es dazu ein paar leider größtenteils abgeschnittene Sequenzen. Aber ich denke man sieht was ich meine.

Beides ist aber deutlich schwieriger als der Helikopter, der sich über die Fliehkräfte an den Tips auch selbst stabilisiert.

Ich werde zu dem Thema aber sicher nochmal ein besseres Video nachreichen.

Bis dahin Euch allen schönes Dreideln und

KabelJau 4 lau 🙂

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