Flysurfer Sonic2 testbericht

Sonic2 Flysurfer – erste Erfahrungen und Testbericht

Mischa von www.kitejunkie.com, Marko und ich haben in den letzten Tagen damit begonnen den neuen Flysurfer Sonic2 www.kitejunkie.com/sonic2.html in den meisten Größen zu testen und mit dem Vorgänger zu vergleichen.

Im Folgenden ein erster Eindruck der Größen 9-11-13-15.
Die Größe 6 wird noch nicht ausgeliefert und zur Größe 18 kommen wir wohl erst morgen. … Welcher Privatfahrer auf dem Foil braucht auch so ein riesen Zirkuszelt .

Zu den Testern und Rahmenbedingungen:
Kein glaubwürdiger Testbericht ohne den Hintergrund der Tester:
Zusammen mit Benny von der Kite & Surfschule Brombachsee www.kitejunkie.com/kiteschule-kiten-lernen.html bringen wir vier etwa 5 Jahrzehnte Erfahrung mit Hochleiter-Softkites zusammen. Wir haben zum Teil bereits in 1999 mit Matten begonnen und haben alle Flysurfer Hochleister seit dem 2002er Psycho1 (nie verkauft ) besessen und fliegen inzwischen bis zu 100 Tage im Jahr meistens auf Foilboards durchs bayerische Seenland vom Brombachsee im Flachland bis zum Walchensee in den Bergen. Mischa, Benny, Marko und ich spiegeln auch beim Fahrergewicht mit 100 – 60 kg alle Anforderungen des Marktes wieder.

Erster Eindruck:

Vorwort
Rein optische wie technisch ist der Sonic2 eine Weiterentwicklung seines erfolgreichen Vorgängers, offenbar mit dem Ziel mit der Entwicklung der Racekites im WorldCup Schritt zu halten, aber dabei auch eigene Akzente zu setzten. Ein wichtiger Unterscheidung zu seinen Konkurrenten von Ozone, Elf oder Fone ist aber, wie schon beim Vorgänger, den normalen, geübten Endkunden nicht zu vergessen, der vielleicht mal ein Race fährt, aber am Ende 99% der Tage einfach nur bei wenig Wind schnell unterwegs sein will und die Freuden des freien Fahrens und Springens sucht. Wir haben uns viele Konkurrenzprodukte angesehen und ich besitze selbst noch einen alten 15er Chronos für Tiefschnee-Tage. An die Erfahrung und Alltagstauglichkeit kommen die Flysurfer Konkurrenten allerdings in Bezug auf Langlebigkeit und einfaches Handling weiterhin nicht heran.

Wichtigste technische Neuerungen
sind augenscheinlich eine weiter deutlich über 7 AR gesteigerte Kappenstreckung und der Einsatz des inzwischen bewährten Lotus Tuchs im Bereich der Anströmkante und der vorderen 2/3 des Obersegels.

Erster Eindruck des Start, Relaunch und Flugverhaltens
Dank des Lotus Tuchs haben die Kites ein gefälliges Vorfüllverhalten auch bei sehr wenig Wind in Abdeckungen, mit Sicherheit besser als beim Vorgänger, wozu auch die zwei zusätzlichen Einläufe verhelfen.
Beim mäßig befüllten Erst-Russenstart tendiert der Kite aufgrund der Streckung trotzdem zu allerlei Faxen, die eine geübte Hand, aber wie beim Vorgänger problemlos in den Griff bekommen kann. Siehe:
https://www.youtube.com/watch?v=bQa_PzhHpok
Bei wenig Wind verhält sich der Kite über die 5-9% Gewichts-Ersparnis (Herstellerangabe) zum Vorgänger deutlich gutmütiger und damit langlebiger am Himmel. Ein Hauptgrund ist hier der originale Trimm bzw. das im Leichtwind angenehmere Verhalten eher zum Backstall als zum Frontstall zu tendieren. Ich habe auch aus anderen noch folgenden Gründen schon angefangen den Trimm am Mixer zu ändern um zu sehen, wie sehr dieses Verhalten auch durch die Kappe erzeugt wird. Im ersten Eindruck dieses fast schon Aufsteiger tauglichen Verhaltens kann man Sorge haben, dass Flysurfer sein vorrangiges Ziel, die Gleitleistung des Schirms für den WorldCup weiter zu erhöhen verfehlt haben könnte. Dem widersprechen aber nicht nur die Ergebnisse aus den aktuellen Kontests, sondern auch der eigene Fahreindruck. An meinen häufigsten Spots habe ich Landmarken, an denen ich mich beim Aufkreuzen orientiere. Obwohl bei einem ersten Tests des neuen 9ers gegen den alten der Wind bereits eher leicht unterdurchschnittlich war, konnte ich die Marken des alten 9ers deutlich überfahren.

Da für mich Testberichte laut denen alle Eigenschaften zum Vorgänger deutlich verbessert wurden immer schnell in Richtung Wertlosigkeit abdriften, haben wir uns auch nach Schwachstellen umgesehen und wobei ich schnell fündig wurde:
Das Barfeeling ist in meinem Eindruck bei Leichtwind schwieriger als beim Vorgänger und auch Power und Drehradien im Loop sind ggf. etwas schlechter bzw. schwieriger abrufbar.
Hintergrund dieses Eindrucks könnte zum einen sein, dass die Spannweite etwas vergrößert wurde was zum einen den Drehradius naturgemäße eher erhöht und auch die Tipps noch etwas schlanker macht. Dadurch, dass die Tipps aber im Standard-Trimm eher recht stabil waren, neigen diese früher und auch schlechter erfühlbar zum Backstall. Alles zusammen ergibt das Bild, dass man sich mehr auf ein feinfühliges Steuern im Kurvenflug bei Manövern konzentrieren muss und es etwas schwerer ist, speziell an kürzeren Leinen dem Kite saubere kraftvolle Loops abzugewinnen.

Erster Relaunch
Ich habe Mischa beim ersten Fotoshooting und einem zu dichten Manöver gleich mal abgeschossen und bin seinem Kite durch die Leinen geflogen, woraufhin er seinen Kite dann auch noch ein paar mal um meinen geflogen ist, damit der Knoten in den Flugleinen auch so richtig fest sitzt.

Trotz der relativ unglücklichen Situation, konnte wir beide Kite halbwegs kontrolliert auf dem Wasser halten und ich meine Bar und den Knoten aus Mischas Flugleinen ausbasteln. Beide Kites konnten wir trotz zum Teil großer Krawatten ziemlich problemlos wieder starten. Hier ist der neue speziell dank des Lotus Tuchs mit Sicherheit besser als der alte, erfordert aber nach wie vor viel Wissen vom Steuermann. Wer einen unkomplizierten Schirm sucht der Spass macht und dem Bedienfehler egal sind, der sollte sich einen Lotus ansehen:http://kitejunkie.com/flysurfer-speed-4-lotus.html

Erstes Fazit
Insgesamt überwiegen für mich die Vorteile, ich werde aber sicher eine Weile brauchen, um mich an das neue, eher schlechtere Barfeedback zu gewöhnen, ggf. wird das durch einen offeneren Trimm auch noch besser. Ich erwarte mir dadurch mit einer deutlichen höheren Langlebigkeit der Kappe und noch etwas mehr Leistung und Leichtwindtauglichkeit belohnt zu werden. Wer noch einen gut erhaltenen Sonic1 hat, keine Rennen fährt und damit im Leichtwind zufrieden ist muss nicht unbedingt sofort wechseln, die Verbesserungen stecken am Ende in Details.

Mischa mit knapp 100 kg schwankt als Foil-Ein-Kite-Leichtwindlösung noch zwischen 15er und 13er mit Tendenz zu letzterem. Ich selbst bin mir schon ziemlich sicher, dass ich auch weiterhin praktisch nur einen 9er fliege. Der neue hat ggf. auch einen Hauch mehr Kraft pro Fläche bzw. ein minimal größeren Windbereich.

Wir werden den Text hier bzw. auf Mischas Seite erweitern, sobald neue und zuverlässigere Erkenntnisse bestehen.

Bis dann

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.