Speed = Catapult to Faceplant to Hospital

Stürze bis 45 km/h habe ich öfter getestet, als ich die erreichbare Maximalgeschwindigkeit für mein Gewicht/Foil-Setup ausloten wollte. Seit dem bin nicht mehr daran interessiert zu erfahren, wie sich Stürze bei höheren Geschwindigkeiten anfühlen. Es gibt aber Berichte von Stürzen über 60 km/h bei denen es zumindest in einem Fall offenbar zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kam. Die Härte eines Sturzes hängt nicht nur von der Geschwindigkeit, sondern auch davon ab, wie weit man sein Foil an seine Grenze treibt. Prinzipiell wird die Härte eines Sturzes beim Kiten durch die Faktoren: 1. Geschwindigkeit, 2. Höhe des Sturzes (Foil: Körperschwerpunkt beim Sturz: knapp 2 m über dem Wasser) und 3. Höhe des Kites im Windfenster bestimmt.

Beim normalen Speedfahren mit einem TwinTip hat man seinen Körperschwerpunkt meist nur 30 cm über dem Wasser, den Kite eher tief, aber auch nicht ganz unten. Stürzt man hier, fällt man nicht tief bzw. in einem sehr flachen Winkel, titscht mit dem Hintern und Rücken auf wie ein Stein, rotiert ggf. ein paar Mal und kommt durch das reflexartige Hochlenken des Schirms meist ohne Stress zum Stehen.

Beim Hydrofoilen hat man den Körperschwerpunkt insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten vor dem vorderen Flügel, der mit steigender Geschwindigkeit immer mehr Auftrieb erzeugt. Nur der Heckflügel verhindert mit seinem Abtrieb, dass man schlagartig nach vorne kippt. Ungünstigerweise tendiert man schon instinktiv bei höheren Geschwindigkeiten den Kite so tief wie möglich zu fliegen, um mehr Druck nach unten zu bringen und zu verhindern, dass das Foil aus dem Wasser auftaucht. Wird man zu schnell kann man diesen Kampf aber trotzdem verlieren. Entsprechend folgt darauf: Der Heckflügel kommt in einem Wellental zu nah an die Oberfläche und wird aus dem Wasser herausgerissen. In dem Moment verschneidet der Vorderflügel mit negativem Anstellwinkel nach unten und das Foil kippt schlagartig nach vorne um. Aufgrund des niedrig stehenden Kites und des hohen Körperschwerpunkts über dem Wasser fällt man in einem steileren Winkel nach vorne auf die Wasseroberfläche, die man dadurch mit dem vorderen Arm und Oberkörper durchstößt. Dadurch werden diese Körperteile sehr abrupt von Vmax auf V0 abgebremst. Der Kopf knallt als äußerstes Ende der Kette zuletzt und mit der größten Wucht auf die Wasseroberfläche und wird einem dabei durch die Massenträgheit auch noch vom Hals gezogen. Entsprechend können Halsmuskelzerrungen und Gehirnerschütterungen die Folge sein. In abgeschwächter Form schon 1:1 erlebt oder berichtet bekommen.

Gegenmaßnahmen sind einfach: Bevor man zu schnell wird, lenkt man den Kite lieber zu früh nach oben als nach unten und nimmt damit lieber einen frühen Sturz bei niedrigen, als einen späteren Sturz bei höheren Geschwindigkeiten in Kauf. Davon abgesehen erlauben viele Einsteigerfoils kaum Geschwindigkeiten jenseits der 40 km/h, höchstens schwere Fahrer können ein langsames Einsteigerfoil darüber hinaus beschleunigen. Weiteres zum Stürzen im nächsten Hauptkapitel.

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