Ukusno Kroatien – Ein wenig den Sommer nachholen

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Aufgrund des nassen Sommers der vergangenen Wochen entschieden Ela und Ich uns auf den Weg in wärmere Gefilde zu machen, bevor die Snowkitesaison wieder hereinbricht. Bulli gepackt mit Sack und Pack und gib ihm. 1400 km lagen diesmal vor uns. Mit ein bischen Brumm Brumm, Möp Möp,Mautgebühren und viel Wasser auf der Fahrbahn kämpften wir uns durch den Regen durch Süddeutschland, Österreich, Slowenien und final durch das Velebit-Gebirge in Kroatien. Auf den letzten Kilometern wurde uns eine klare Ansage von Mr. Bura persönlich gemacht. Starke Windböen peischten übers Velebit-Gebirge und zwangen viele zu langsamen Fahren oder die Zweirradfahrer zum Absteigen. Weißte Bescheid. Als Ziel fuhren wir das verträumte kleine Städchen Nin bei Zadar an. Warum? Weil es hier die besten Kitesurfbedingungen des Landes gibt. Zumindest, wenn man nicht scharf auf Steilküste und gefährlichen Kiteeinstiege mit zerklüfteten Felsformationen steht.
Nin bietet eine stehtiefe Bucht für die Monsterwakestylekillerkitern oder den flachen Wasserspeedpistenjägern oder einfach nur traumhafte Bedingungen für Anfänger und entspannte Freeridesessions.
Der „offizielle“ Kitespot mit ansässiger Kiteschule Surfmania liegt mitten auf einer Sandbank, welche die Bucht und die Adria von einander trennen. Choppy Konditionen kannste auf Meerseite haben mit traumhaften Blick aufs Velebit-Gebirge. Mit peischender Bura sind auch ein paar kleine Wellen drin. Bura ist DER Wind welcher aus Nord, Nordost vom Velebit-Gebirge runterkommt und in den ersten Tagen Dir die Shorts vom Hintern reißen kann. Nicht umsonst werden die Dächer der Wohnhäuser sehr massiv gebaut…
Bura bringt Wind mit bis zu 100 km/h – am Anfang am stärksten – bringt meist wechselhaftes Wetter, sorgt allerdings dafür das Du mit dem 8/9er viel Spaß bekommst. Wind kommt Onshore. Mit abflachenden Bura werden die Bedingungen humaner und Du nimmst Dir nen 12er in die Pfoten und kitest bis zum Umfallen meist 3-5 Tage durch, denn Du weißt nicht was danach kommt. Bura ist meist ein wenig Böig aber machbar und wie ich finde der beste Wind den die Ecke zu bieten hat.
Mit steigenden Temperaturen wird der Spot auch von Thermik unterstützt, welche meist am frühen Nachmittag beginnt. Aufgrund des meist eher böigen Windes liegts Du mit einem 12er und etwas größerem Brett genau richtig um auch stärke Böen abzufedern und Windlöcher zu durchgleiten. Vor und nach Bura gibts Maestral aus West. Gut und Sideshore. Ostwind kommt übers Festland und der Stadt daher löchrig. Besser auf Meerseite raus, da die Bucht zu sehr abgedeckt ist.
Wenn der Wind aus Süd kommt (der Jugo), dann gibts meist Regen und ablandigen Wind. Den hatten wir allerdings nicht. Rundum ist der Spot fast genau so gut wie der Ringköbing Fjord in Dänemark, zwar weniger Wind, dafür aber Badewetter und Shortstime!

Aber nun zurück zum Trip. In den ersten beiden Nächten lies uns der Bura nicht schlafen. Der Bulli wurde kräftig durchgerüttelt und unserem Vorzelt wurde alles abverlangt. Sturmbänder sind Gold wert!
Campen kann man rund um den Kitespot an verschiedensten Stellen. Einfach mal Google-Maps bemühen. Aufpassen bei der Platzwahl, besser keine Senke nehmen. Es gab während des Aufenthaltes mehrere Monsunartige Regenfälle und setzten so ziemlich jeden Campingplatz komplett unter Wasser.
Oder man nimmt sich ein Apartmani direkt am Wasser.
Nachdem der Sturm sich ein wenig gelegt hat, war mein 12er das Mittel der Wahl und ich hatte 3 Tage die wärmsten Sessions meines Lebens. Shorts und Lycra, herrlich! Kleine Freeride-Orgie entlang der Küste entnehmt Ihr bitte dem Youtube-Link am Ende.

Der Ausblick bei schönem Wetter aufs Velebit-Gebirge ist einfach nur traumhaft. Das Wasser glasklar und die Temperaturen eine Wohltat nach den letzten feuchten Wochen in DE. Im gesamten Urlaub flog ich den 12er. An windlosen Tagen reichte leider auch nicht der 21er Flysurfer Speed 4 Lotus vom Mischa um ein bischen Spaß zu haben. Der Wind lag dann meist bei 0-7 kn. Völliger Strömungsabriss und somit war auch nicht an eine geile Leichtwindsession zu denken. Naja, wäre der 21er nicht mit dabei gewesen, dann hätte es wahrscheinlich gar keinen Wind gegeben. Kennt Ihr ja ;-). Wenn man ein paar Tage gekitet ist, dann wird man wenigstens entspannter und erkundet auch ein bischen das Land. In Nin selbst gibt es ein paar kleine Läden, die ältestete und kleineste Kirche des Landes, Überbleibsel von den Römern und fantastisches Essen. Abends Essen bei einheimischer Livemusik draußen bei lauhem Lüftchen, unbedingt ein Muss. Sehr lecker, gut und günstig.
Wenn Ihr Party braucht, dann setzt Ihr Euch in den Linien-Bus (fahren stündlich) und fahrt nach Zadar, da wird die Nacht zum Tag. Frisches Gemüse gibts an jeder Ecke direkt aus dem Garten. Mmmhhhhh, lecker. Einheimische sind sehr freundlich – Hier ist man als Tourist noch willkommen!

Nach knapp zwei Wochen kündigte sich leider wieder viel Regen an, das brauchen wir nicht. Kurz um wir reisen weiter und der Sommer geht weiter allerdings an anderer Stelle ;-). Lasst Euch überraschen.

Link Youtube: Klick

 

 

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